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Deutsch

Typisch Märchen

Märchen erkennst du an festen Merkmalen: einem typischen Anfang, Zauber, der Zahl drei und einem guten Ende.

  • ca. 9 Minuten
  • Klasse 5
  • Niveau: Basis

Das lernst du heute

  • Ich kenne typische Merkmale von Märchen.
  • Ich kann sie in einem Märchen finden und mit Textstellen belegen.

Märchen sind sehr alte Geschichten. Früher hat man sie mündlich weitererzählt. Die Brüder Grimm haben vor über 200 Jahren viele aufgeschrieben, zum Beispiel „Aschenputtel“ und „Der Froschkönig“. Märchen haben typische Merkmale. Der Anfang ist oft eine feste Formel: „Es war einmal …“. Ort und Zeit bleiben unbestimmt. Es gibt Zauber, zum Beispiel Feen oder Zaubergegenstände. Oft kommt die Zahl drei vor. Gut und Böse sind klar getrennt, und am Ende werden die Guten belohnt.

(1) Es war einmal ein armer Müller, der hatte drei Söhne. (2) Als er alt wurde, sagte er: „Wer mir das Beste bringt, bekommt meine Mühle.“ (3) Der älteste Sohn brachte einen Beutel Gold, aber er gab niemandem etwas ab. (4) Der zweite Sohn brachte ein Pferd, aber er sprach hochmütig mit allen Leuten. (5) Der jüngste Sohn hatte nur ein Stück Brot und teilte es mit einer alten Frau am Weg. (6) Die Frau war eine gute Fee und schenkte ihm einen Zauberstein, der jede Tür öffnet. (7) Am Abend leuchtete der Stein und zeigte ihm den Weg nach Hause. (8) Der Müller erkannte: Der Jüngste hatte das Beste mitgebracht, nämlich ein gutes Herz. (9) Der Jüngste bekam die Mühle und lebte glücklich bis an sein Ende.
Dieses Märchen hat mehrere typische Merkmale.

Merkmale im Märchen finden

  1. Lies das Märchen ganz.
  2. Anfang: Satz 1 beginnt mit „Es war einmal“. Ort und Zeit werden nicht genannt.
  3. Zahl drei: drei Söhne (Satz 1).
  4. Zauber: eine gute Fee und ein Zauberstein (Satz 6 und 7).
  5. Gut und Böse: Der Jüngste teilt sein Brot, die anderen sind geizig oder hochmütig. Am Ende wird er belohnt (Satz 9).

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Märchen fangen oft so an: „Es war einmal“.

In Märchen gibt es Zauber.

Am Ende geht es meist gut aus.

Ein Beispiel

Beispiel

Wenn dir jemand sagt „Es war einmal …“, weißt du sofort: Jetzt kommt wahrscheinlich ein Märchen. Auch die Zahl drei und ein Zauberwesen sind solche Zeichen.

Schritt für Schritt

Wir suchen den Anfang des Märchens.

  1. Lies Satz 1.
  2. Er beginnt mit „Es war einmal“. Das ist die typische Formel.
  3. Ort und Zeit werden nicht genannt.

Mit einem Bild erklärt

Anfang: Es war einmal … Zahl: drei Söhne Zauber: Fee, Zauberstein Ende: Der Gute wird belohnt.
Märchenmerkmale im Überblick.
Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Lies das Märchen. (1) Es war einmal ein armer Müller, der hatte drei Söhne. (2) Als er alt wurde, sagte er: „Wer mir das Beste bringt, bekommt meine Mühle.“ (3) Der älteste Sohn brachte einen Beutel Gold, aber er gab niemandem etwas ab. (4) Der zweite Sohn brachte ein Pferd, aber er sprach hochmütig mit allen Leuten. (5) Der jüngste Sohn hatte nur ein Stück Brot und teilte es mit einer alten Frau am Weg. (6) Die Frau war eine gute Fee und schenkte ihm einen Zauberstein, der jede Tür öffnet. (7) Am Abend leuchtete der Stein und zeigte ihm den Weg nach Hause. (8) Der Müller erkannte: Der Jüngste hatte das Beste mitgebracht, nämlich ein gutes Herz. (9) Der Jüngste bekam die Mühle und lebte glücklich bis an sein Ende. Welches Merkmal hat Satz 1?
Zeig mir den ersten Schritt

Lies die ersten drei Wörter von Satz 1.

Lösung ansehen

Lösung: Er beginnt mit einer typischen Formel.

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Lies das Märchen. (1) Es war einmal ein armer Müller, der hatte drei Söhne. (2) Als er alt wurde, sagte er: „Wer mir das Beste bringt, bekommt meine Mühle.“ (3) Der älteste Sohn brachte einen Beutel Gold, aber er gab niemandem etwas ab. (4) Der zweite Sohn brachte ein Pferd, aber er sprach hochmütig mit allen Leuten. (5) Der jüngste Sohn hatte nur ein Stück Brot und teilte es mit einer alten Frau am Weg. (6) Die Frau war eine gute Fee und schenkte ihm einen Zauberstein, der jede Tür öffnet. (7) Am Abend leuchtete der Stein und zeigte ihm den Weg nach Hause. (8) Der Müller erkannte: Der Jüngste hatte das Beste mitgebracht, nämlich ein gutes Herz. (9) Der Jüngste bekam die Mühle und lebte glücklich bis an sein Ende. Welche Zahl kommt im Märchen auffällig vor?
Zeig mir den ersten Schritt

Zähle die Söhne des Müllers.

Lösung ansehen

Lösung: drei

Tipp: Suche beim Lesen die Merkmale und schreibe jedes mit einer Satznummer an den Rand.

Merksatz: Märchen: „Es war einmal“ · Zauber · Zahl drei · Gut und Böse · gutes Ende.

Typischer Fehler: Viele denken, ein Märchen müsse alle Merkmale haben. Das stimmt nicht. Meist kommen mehrere vor. Außerdem: Märchen sind keine wahren Geschichten und nennen meist keine echten Orte.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Lies das Märchen. (1) Es war einmal ein armer Müller, der hatte drei Söhne. (2) Als er alt wurde, sagte er: „Wer mir das Beste bringt, bekommt meine Mühle.“ (3) Der älteste Sohn brachte einen Beutel Gold, aber er gab niemandem etwas ab. (4) Der zweite Sohn brachte ein Pferd, aber er sprach hochmütig mit allen Leuten. (5) Der jüngste Sohn hatte nur ein Stück Brot und teilte es mit einer alten Frau am Weg. (6) Die Frau war eine gute Fee und schenkte ihm einen Zauberstein, der jede Tür öffnet. (7) Am Abend leuchtete der Stein und zeigte ihm den Weg nach Hause. (8) Der Müller erkannte: Der Jüngste hatte das Beste mitgebracht, nämlich ein gutes Herz. (9) Der Jüngste bekam die Mühle und lebte glücklich bis an sein Ende. Welcher Satz zeigt Zauber?
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Lösung: Satz 6: Die Fee schenkt einen Zauberstein.

Frage 2 Lies das Märchen. (1) Es war einmal ein armer Müller, der hatte drei Söhne. (2) Als er alt wurde, sagte er: „Wer mir das Beste bringt, bekommt meine Mühle.“ (3) Der älteste Sohn brachte einen Beutel Gold, aber er gab niemandem etwas ab. (4) Der zweite Sohn brachte ein Pferd, aber er sprach hochmütig mit allen Leuten. (5) Der jüngste Sohn hatte nur ein Stück Brot und teilte es mit einer alten Frau am Weg. (6) Die Frau war eine gute Fee und schenkte ihm einen Zauberstein, der jede Tür öffnet. (7) Am Abend leuchtete der Stein und zeigte ihm den Weg nach Hause. (8) Der Müller erkannte: Der Jüngste hatte das Beste mitgebracht, nämlich ein gutes Herz. (9) Der Jüngste bekam die Mühle und lebte glücklich bis an sein Ende. Was wird am Ende belohnt?
Lösung ansehen

Lösung: Der Jüngste, der sein Brot teilt.

Frage 3 Welcher Anfang passt zu einem Märchen?
Lösung ansehen

Lösung: Es war einmal eine Königin, die hatte einen sprechenden Spiegel.

Frage 4 Ein Märchen muss immer alle typischen Merkmale haben.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 5 In Märchen werden Ort und Zeit meistens nicht genau genannt.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Geschafft

Märchen erkennst du an einem typischen Anfang, unbestimmtem Ort und unbestimmter Zeit, Zauber, der Zahl drei, klarem Gut und Böse und einem guten Ende.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

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